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Finanzierung der Pflege zu Hause

Ist der Pflegebedürftige mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft, können Pflegegeld oder/und Pflegesachleistungen der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden. Pflegesachleistungen sind zum Beispiel Pflegeeinsätze der ambulanten Pflegedienste. Bei Pflegegrad 1 kann der Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich für Pflegesachleistungen eingesetzt werden.

Die Höhe des Pflegegeldes ist nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt:

PFLEGEGRAD 2  -   316 Euro

PFLEGEGRAD 3  -   545 Euro

PFLEGEGRAD 4  -   728 Euro

PFLEGEGRAD 5  -   901 Euro

Werden Pflegebedürftige versorgt, die nicht pflegeversichert sind, können Leistungen der Sozialhilfe beantragt werden (Link).

Der Antrag auf Pflegegeld ist bei der Pflegeversicherung zu stellen. Das Pflegegeld wird auf das Konto der Pflegebedürftigen überwiesen. Diese können über den Verbleib des Geldes selbst entscheiden.

Pflegekurse für pflegende Angehörige (§ 45 SGB XI)

Entscheiden sich die Pflegebedürftigen oder ihre Angehörigen für einen Pflegedienst, können sie diesen frei wählen (Link zur Übersicht der Pflegedienste). Es ist zu beachten, dass die Pflegedienste unterschiedliche Preise und unterschiedliche Leistungsangebote haben. Die Abrechnung erfolgt individuell nach zuvor vereinbarten Leistungskomplexen. Um ein möglichst aussagekräftiges Bild vom Pflegedienst zu erhalten führen sie ein persönliches Gespräch mit einem Ansprechpartner und lassen sie sich einen Kostenvoranschlag ausstellen. Stellen sie auch Fragen zu Bürozeiten, Beratungsangeboten, Erreichbarkeit und Rufbereitschaft, besondere Qualifizierungen wie z.B. Wundmanagement, Palliativpflege oder gerontopsychiatrische Pflege usw. Weiterhin kann die Anbindung an eine Tagespflege oder vollstationäre Pflege interessant sein.

Manche Pflegedienste haben nicht jederzeit freie Kapazitäten zu den gewünschten Versorgungszeiten. Hier kann es notwendig sein, für die Anfangszeit Kompromisslösungen zu finden oder bei verschiedenen Pflegediensten anzufragen.  

Die Pflegeversicherung übernimmt für Pflegebedürftige mit mindestens Pflegegrad 2 als ambulante Pflegesachleistungen die Kosten für den Pflegedienst bis zu einem gesetzlich vorgeschriebenen Höchstbetrag:

PFLEGEGRAD 2  -      689 Euro

PFLEGEGRAD 3  -   1.298 Euro

PFLEGEGRAD 4  -   1.612 Euro

PFLEGEGRAD 5  -   1.995 Euro

Werden Pflegebedürftige versorgt, die nicht pflegeversichert sind, können Leistungen der Sozialhilfe beantragt werden (Link).

Pflegesachleistung und Pflegegeld können auch in kombinierter Form beantragt werden. Wird die Pflegesachleistung nicht voll ausgeschöpft, besteht Anspruch auf anteiliges Pflegegeld.

Link:  www.pflegegeldrechner.com

Beispiel:

Ein Pflegebedürftiger des Pflegegrades 2 nimmt ambulante Sachleistungen durch einen Pflegedienst im Wert von 344,50 Euro in Anspruch. Der ihm zustehende Höchstbetrag für ambulante Sachleistungen beläuft sich auf 689 Euro. Er hat somit den ambulanten Sachleistungsbetrag zu 50 Prozent ausgeschöpft. Vom Pflegegeld in Höhe von 316 Euro stehen ihm damit ebenfalls noch 50 Prozent zu, also 158 Euro.

Können die privat zu tragenden Kosten nicht aus dem Einkommen und Vermögen sichergestellt werden, besteht die Möglichkeit Sozialhilfe zu beantragen:

Reichen die Leistungen der Pflegeversicherung nicht, um die Aufwendungen, die durch einen Pflegedienst entstehen, können Leistungen der Sozialhilfe beantragt werden. Außerdem können Pflegebedürftige, die nicht pflegeversichert sind, Leistungen der Sozialhilfe beantragen.

Neben der Prüfung der Notwendigkeit sind die Leistungen der Sozialhilfe abhängig vom Einkommen und Vermögen des Pflegebedürftigen und dessen Partners. Im Falle der Gewährung von Sozialhilfe wird auch überprüft, ob die Kinder der Pflegebedürftigen Unterhaltszahlungen erbringen können. Bei der Antragsstellung auf Sozialhilfe sind alle Einkommens- und Vermögensverhältnisse offenzulegen

Ein Antrag auf Sozialhilfe kann bei den Städten und Gemeinden gestellt werden oder im Fachbereich Soziales bei den Mitarbeitern der Abteilung "Hilfe zur Pflege". Bevor Sie einen Antrag auf Sozialhilfe stellen, ist es sinnvoll die Mitarbeiter/innen des Sozialamtes zu kontaktieren.

Ansprechpartner und Kontakte Fachbereich Soziales

Zuständigkeit Gescher, Gronau, Heek, Heiden, Legden, Stadtlohn, Velen, Vreden
Frau Kastner 02861 82-1227 m.kastnerkreis-borkende
Zuständigkeit Bocholt, Isselburg, Raesfeld, Reken, Rhede, Südlohn
Wensing, Martina 02861 82-1229 m.wensingkreis-borkende

Sollte ihr Wohnort nicht genannt sein, wenden sie sich bitte an einen der anderen Mitarbeiter. Im Zuge von Neubesetzungen und Veränderungen sind kurzfristige Vertretungsregelungen nicht zu vermeiden.