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Pflegegeld

Ab Pflegegrad 2  besteht neben der Möglichkeit von Pflegesachleistungen auch die Möglichkeit Pflegegeld in Anspruch zu nehmen. Dieses können Sie beantragen, wenn Sie keine professionelle Pflege oder haushaltsnahen Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Pflege statt durch einen ambulanten Pflegedienst von Angehörigen, Nahestehenden oder einer anderen nicht-professionellen Pflegekraft durchgeführt wird.

Beziehen Sie Pflegegeld, erfolgen regelmäßige Beratungen durch Pflegedienste oder weitere zugelassene Stellen (§ 37 SGB XI). Diese sollen der Qualitätssicherung dienen. Wie oft die Beratungen stattfinden, hängt vom Pflegegrad ab: bei den Pflegegraden 2 und 3 einmal pro Halbjahr, bei den Pflegegraden 4 und 5 einmal pro Vierteljahr.

Das Pflegegeld wird monatlich an die pflegeversicherte Person überwiesen. Diese kann selbst entscheiden, wie sie das Geld ausgibt. Wichtig ist nur, dass die Pflege zu Hause gesichert ist. Die Höhe des Pflegegeldes hängt vom festgestellten Pflegegrad ab:

• Pflegegrad 2:   316 Euro

• Pflegegrad 3:   545 Euro

• Pflegegrad 4:   728 Euro

• Pflegegrad 5:   901 Euro

Ist ein Aufenthalt im Krankenhaus oder einer stationären Einrichtung nötig, wird das Pflegegeld zunächst für 4 Wochen weitergezahlt. Dauert der Aufenthalt länger als 4 Wochen, zahlt die Pflegekasse erst wieder Pflegegeld, wenn die pflegebedürftige Person zu Hause ist.

Bei der Verhinderungspflege werden 50 % des Pflegegeldes für 6 Wochen von der Pflegekasse bezahlt, bei der Kurzzeitpflege für 8 Wochen.

Pflegesachleistung und Pflegegeld können auch in kombinierter Form beantragt werden. Wird die Pflegesachleistung nicht voll ausgeschöpft, besteht Anspruch auf anteiliges Pflegegeld.

Ein Pflegebedürftiger des Pflegegrades 2 nimmt ambulante Sachleistungen durch einen Pflegedienst im Wert von 344,50 Euro in Anspruch. Der ihm zustehende Höchstbetrag für ambulante Sachleistungen beläuft sich auf 689 Euro. Er hat somit den ambulanten Sachleistungsbetrag zu 50 Prozent ausgeschöpft. Vom Pflegegeld in Höhe von 316 Euro stehen ihm damit ebenfalls noch 50 Prozent zu, also 158 Euro.